"O sleep, o sweetest sleep" Dowland meets van Eyck

Matthias Lucht, Countertenor
Sven Schwannberger, Lautenist & Flötist

Anbei die Texte der Lieder auf Deutsch:
O sleep, o sweetest sleep
Behold and wonder here
1.
Schaut dieses Wunder hier,
Amor hat sein Augenlicht wieder,
der doch für viele hundert Jahre
kein Licht wahrnahm.
2.
Diese Strahlen sind erfüllt
Mit Cynthia in seinen Augen
Sie ließen ihn sehend werden
Und machten ihn dann weise.
Me, me and none but me
Mich, mich, und niemand sonst
Hol´ heim, o sanfter Tod,
Und eile dich, denn zu lange schon
Saug´ ich den eitlen Atem in mich ein:
Oh wie ich mich danach sehne, bis ich endlich
Dem Himmel entgegenschwebe.
Zu meinem treuen
Und geliebten Turteltäubchen.
So wie der Silberschwan
Sing ich vor meinem Tod:
Und noch am Leben
Helf´ ich die Totenglocke mir zu Läuten.
Immer noch wünsch´ ich mir, der Erde und
Den irdischen Freuden zu entfliehen,
Wer nicht zu sterben liebt
Hat nie glücklich gelebt.
Now, oh now I needs must part
Jetzt, o jetzt, muß ich Abschied nehmen,
Scheiden, obgleich ich in Abwesenheit traure.
In der Abwesenheit gedeiht kein Glück
Entflohenes Glück kehrt nicht zurück.
Solang ich lebe muß ich lieben,
Doch Liebe ohne Hoffnung gibt es nicht.
Jetzt beweist die Verzweiflung endlich,
Daß halbierte Liebe keinen wirklich liebt.
Traurige Verzweiflung rührt von Zurückweisung.
Wenn dieser Abschied eine Kränkung ist,
Dann ist sie es, die die Kränkung begeht.
Liebste, wenn ich von dir gegangen bin,
Ging damit all mein Glück dahin.
Dich allein nur liebte ich,
An deren Liebe ich mich einst erfreute.
Und obwohl ich deinem Anblick verlasse,
Einen Anblick, in dem mich meiner Sinne beraubt,
Meine Zuneigung niemals sterben.
Traurige Verzweiflung rührt von Zurückweisung.
Wenn dieser Abschied eine Kränkung ist,
Dann ist sie es, die die Kränkung begeht.
When Phoebus first did Daphne love
Als Phoebus erstmals Daphne liebte,
Und er so gar nicht ihre Gunst erringen konnte,
Wollt´ wissen er den Grund, der Grund sprach sie, ist
Daß ich Keuschheit schwor.
Da fluchte er voll Wut und sprach
Daß über fünfzehn keine (keine außer eine) mehr Jungfrau sein sollte.
Wenn also die Mädchen sich diesbezüglich so viel Mühe geben,
Selbst wenn sie noch nicht mal in der Lage sind, ihr Haupt zu schmücken,
Seid ihnen drum nicht böse, sie fänden´s nur ´nen Jammer
Würd Phoebus ihretwegen brechen seinen Eid.
Und besser ist´s, ein Kind zu zeugen,
Als einen Gott zum Meineid treiben.
Daphne was not so chaste
Daphne war nicht so keusch, wie sie wechselhaft war
Und bald begann die Liebe sich durch Haß ihrer zu entfremden:
Tagsüber prahlt sie mit gewährten Gnaden,
Doch noch vor Anbeginn der Nacht verliert sie schmächlich ihr Gesicht.
Doch obwohl deine Schönheit nur Vorgetäuscht ist, begehrt noch immer ein jeder
Das falsche Licht deiner verräterischen Feuer.
Der Schönheit fehlt es nicht an Anmut, wird sie mit wahrer Liebe betrachtet;
Zuneigung wird durch Blicke ständig erneuert:
So wächst sie ständig gleich einem fruchtbaren Baum
Oder dem frischen Strom, der ohne fließt.
Doch wär die Schönheit mit der Liebe einer Meinung
So wär die Liebe frei und eine wahre Lust.
Flow, my tears
Fließt, meine Tränen, stürzt aus euren Quellen!
Verbannt für immer laßt mich klagen,
Dort, wo der schwarze Vogel der Nacht seine schlimme Niedertracht besingt,
Dort laßt mich einsam leben.
Fort mit euch, ihr eitlen Lichter, scheint nicht mehr!
Keine Nacht ist schwarz genug für die,
Die in Verzweiflung ihr verlornes Glück beklagen,
Licht bringt die Schmach erst recht zu Tage.
Für meinen Kummer gibt es keine Linderung mehr,
Seit sich das Mitlied aus dem Staub gemacht;
Und Tränen, Seufzer und Wehklagen haben meine müden Tage
Aller Freuden beraubt.
Vom höchsten Gipfel der Zufriedenheit wurde
Mein Glück herabgestürzt;
Und Furcht, Kummer und Schmerz bilden an meiner Verdienste statt
Den Grundstock meiner Hoffnung, da die Hoffnung selbst verschwunden ist.
Hört, ihr Schatten, die ihr in Finsterniss lebt,
Lernt, das licht zu verachten.
Wie glücklich ist doch der, der in der Hölle weilt,
Wo ihn der Spott der Welt nicht mehr ereilt.
White as Lilies was her face
Lilienweiß war ihr Gesicht,
Lächelt sie, so
Täuscht sie dich
Und quittiert Loyalität mit fauler Verachtung
So vernachlässigte die Tugend ihren Dienst
Als ich mein Herz ihr eigen schwor,
Da verschmähte sie´s worauf
Ich mich beklagte,
Doch sie ließ mich verstört zurück,
Mein bittere Wehklagen war ihr ganz gleich,
Und ließ mir in ihrer Hartherzigkeit keine Linderung zukommen.
Gelübde, Schwüre und Beständigkeit versicherte ihr
Ewige Treue
Und niemals wandelnde Gefühle
Doch konnte sie nicht dazu bewegt werden
Zu glauben, daß mein heftiges Leid
Von ihrer großen Vernachlässigung verursacht wird.
Fine knacks for ladies
Hübscher Tand für Damen, billig, erlesen, gar schicklich und neu,
Sein Geld wohl wert, doch Geld kann Herzen nicht bewegen
Ich halte einen Markt, den nur die Schönen sehen dürfen
Ein Bettler darf mit seiner Liebe freigiebig sein,
Und sind auch alle meine Waren nur Ramsch. So ist mein Herz doch ehrlich.
Große Geschenke sind voller Tücken und verlangen nach neuen Geschenken,
Meine Kleinigkeiten sind die Schätze meines Geistes,
Ein unscheinbares Äußeres ist eine wertvolle Gabe,
Manchmal finden wir in Muscheln die Schönsten Perlen.
Von anderen nehmt die ganze Garbe, von mir ein Körnchen mit.
In meinem Sortiment findet ihr Nadeln, Spitzen, Bänder und Handschuhe
Und Verschiedene Spielereien die einer Dorfschönheit gut anstehen,
Aber mein Herz, in dem die Pflichterfüllung dient und liebt,
So wie bei den Täubchen und den himmlischen Zwillingen, ist voller Zweifel
Glücklich das Herz, das nicht an Abwendung denkt.
The lowest trees have tops
Die kleinsten Bäume haben Gipfel, und selbst die Ameise ´ne Galle,
Die Fliege ihre Launen, der kleine Funken seine Glut,
Und dünne Haare werfen Schatten, wenngleich nur ganz schmale,
Und Bienen haben Stacheln, sind sie auch nur klein.
Meere ihren Ursprung grad so wie seichte Bäche,
Und lebe ist in Bettlern und Königen gleich.
Away with these selfloving lads
Fort mit diesen selbstverliebten Kerlen,
Die niemals Amors Pfeil gesteift.
Fort, ihr armen Seelen, die ihr seufzt und weint,
In Liebe für die, die da liegen und schlafen
Cupido ist ein Wiesengott,
Der keinen zwingt, den Stab zu küssen.
Gott Amors Pfeil, dem Schicksal gleich,
Verfügt mal gut, mal schlecht:
Verdienst entsprießt seinem Bogen,
Belohnung folgt ihm auf dem Fuß.
Was sind das für Narren, die nicht wissen,
Daß die Liebe nur ihren eigenen Gesetzen gehorcht.
I care not for these ladies
Mich interessieren nicht all die Damen, die man umwerben muß;
Gib mir die reizende Amaryllis, das herzige Mädchen vom Lande
Die Natur verachtet das Gekünstelte; Ihre Schönheit genügt allein.
Wenn wir ihr den Hof machen und sie küssen, ruft sie: meiner Treu, laß ab!
Doch wenn wir dahin kommen, wo es behaglich ist, wird sie nicht nein sagen.
Liebe ich Amaryllis, so gibt sie mir Früchte und Blumen;
Doch lieben wir diese Damen, so müssen wir sie mit Gold überhäufen.
Gib ihnen Gold, mit dem man die Liebe verkauft; mir aber die nußbraune Magd,
Die, wenn wir ihr den Hof machen und sie küssen, ruft: meiner Treu laß ab!
Doch wenn wir dahin kommen, wo es behaglich ist, wird sie nicht nein sagen.
Diese Damen verlangen Kissen und Betten, die man im Ausland kaufen muß.
Gig mir eine Weidenlaube mit Moos und Blättern, die nicht käuflich ist,
Und die frische, mit Milch und Honig genährte Amaryllis,
Die, wenn wir ihr den Hof machen und sie küssen, ruft: meiner Treu laß ab!
Doch wenn wir dahin kommen, wo es behaglich ist, wird sie nicht nein sagen
Go cristal tears
Fließt, kristallene Tränen, wie ein morgendlicher Regenschauer
Und weinet sanft in eurer Dame Brust.
Und so wie der Tau die welkenden Blumen wieder zu Leben erweckt,
So sollen eure Mitleidstropfen dazu dienen,
Die Gedanken an meine Verdienste aufzufrischen,
Die so fest schlafen, während ich von ihr gehe.
Come again: Sweet love doth now invite
Komm wieder:
Die süße Liebe lädt jetzt dazu ein,
Mir mit deinen Reizen nicht länger zu widerstehen,
sondern mir die mir zustehenden Freuden zu gewähren,
Zu schauen, zu hören, zu berühren, zu küssen um schließlich
Nochmals mit dir in süßester Verbundenheit zu sterben.
Komm wieder:
Damit ich aufhören, wegen deiner unfreundlichen
Verachzung zu klagen:
Denn nun, einsam und verlassen,
Sitz` ich, seufz´ ich, wein ich, verlier´ die Besinnung und sterbe
In tödlichem Schmerz und endlosem Elend.
It fell on a summer´s day
Es geschah an einem Sommertag,
Als die liebe Bessy schlafend lag,
In ihrer Laube auf ihrem Bett,
Im Dämmerlicht hinter´m Vorhang,
Da Jamie kam und sie ihn sah,
Durch halboffene, schwere Augenlieder.
Jamie schlich durch die Tür hinein,
Sie lag schlummernd da wie zuvor.
Leise kam er zu ihr näher,
Sie hörte, aber sie wollte nicht hören,
Und schwor, nichts zu sagen.
Er entschloß, dieses Schweigen zu brechen.
Zuerst nahm er sich ein leises Küßchen,
Sie lag still und wollte nicht erwachen.
Dann lernten seine Hände, sie zu gewinnen;
Sie hatte nicht geahnt, was er alles tun würde,
Und schlief weiter, während er lächelnd sah,
Wie die Liebe vom Schlaf hintergangen wurde.
Darauf fing Jamie zu spielen an;
Bessy lag wie eine Tote still,
Froh ihre Schlauheit genießend,
Vom eigenen Betrug betrogen zu sein.
Und seit dem Tag an dem dieser Traum begann,
Schläft sie jeden Nachmittag.
Fire, Fire
Feuer, Feuer, Feuer, Feuer!
Seht mit welcher Begierde ich brenne,
So daß alle meine Tränen die heraufwallen
Aus meinem müßig leeren Hirn
Meinen versengenden Schmerz nicht lindern können.
Kommt Trent und Humber und gute Themse
Furchtbarer Ozean, beeile dich mit allen Fluten,
Und wenn ihr mein Feuer nicht löschen könnt,
Dann ertränkt michund meine Begierde.
Feuer, Feuer, Feuer, Feuer!
Keine Hölle kann sich mit meiner Begierde messen.
Seht wie alle Flüsse rückwärts fließen
Und der Ozean mir seine Wogen Verweigert,
Aus Angst, meine Glut könnte ihn austrocknen.
Lass es vom Himmel dann in Stömen gießen,
Komm Sinflut, die einmal die Welt überschwemmte;
Manche hast du damals verschont,
Nun rette jedoch alle, die sonst
Verbrennen müssen und mit mir zugrunde gehen.
Never Weather-beaten Saile
Nie nahm ein vom Sturm gepeitschtes Boot
Bereitwilliger Kurs auf Land,
Niemals hat Trägheit mehr
Des müden Pilgers Glieder angegriffen,
Als meine erschöpfte Seele jetzt sich sehnt
Aus meiner kummervollen Brust davonzufliegen.
Ach komme schnell, Du liebster Herr,
Und nimm meine Seele in Deine Heimstatt auf.
Ewig blühend sind die Freuden
In des Himmels prächtigem Paradies.
Alter macht dort unser Ohr nicht taub
Und kein Schleier trübt unser Auge.
Die Glorie strahlt heller als die Sonne,
Und nur die Seligen erkennen sie.
Ach komme schnell, Du glorreicher Herr,
Und hebe meinen Geist zu Dir hinauf.
Time stands still
Die Zeit steht still, Blickt sie auf ihr Gesicht,
So steh denn still, Zeit, minuten-, stunden-, jahrelang und mach ihr Platz
Wenn alle Welt sich ändert, sie bleibt doch ewig gleich,
Bis die Gestirne ihren Kurs geändert haben und die Zeit nicht mehr so heißt.
Cupido schwebt auf und ab, erblindet durch ihre schönen Augen
Und das gefangene Schicksal liegt verachtet und besiegt zu ihren Füßen.
In Darkness let me dwell
In Finsterniss will ich hausen, Betrübnis sei das Fundament
Das Dach Verzweiflung, die jeden frohen Lichtstrahl hemmt;
Die Wände schwarzer Marmor, der Nässe schwitzt und weint;
Und höllisches Gekreisch sei die Musik, die mir den freundlichen Schlaf vertreibt.
Und so, mit meinem Leid vermählt und in mein Grab gebettet,
So laßt mich lebend sterben, bis daß der Tod mich tettet.
Come heavy sleep
Komm, tiefer Schlaf, des Todes Ebenbild;
Und schließe meine müdgeweinten Augen
Deren Tränenfluß mir meinem Lebensatem nimmt,
Und mir das Herz zerreist, mit seufzervollen Schreien der Klage;
Komm, nimm meine gramgebeugte Seele,
Die lebend stirbt, bis man dich von mir stehle