„Im Jahr 2005 begann das Abenteuer, mit einem Zeitungsartikel über Josef Ganz im TagesAnzeiger. Ganz, der jüdische Ingenieur, der den Grundstein für den VW-Käfer legte und sein Leben lang verfolgt und schikaniert wurde, mein Vorfahre… wer hätte das gedacht! Der Artikel basierte auf den Erkenntnissen von Paul Schilperoord, einem jungen niederländischen Journalisten. Mit unserem Treffen in Den Haag im Herbst 2005 begann unsere Reise.
Pauls akribische Recherche legte den Grundstein für seine Bücher, einen Dokumentarfilm und die Rehabilitierung des vergessenen Ingenieurs. Der Grundstein für alles, was folgte: Freundschaft und Leidenschaft hielten uns seither auf Trab.


Letztes Wochenende führte uns der Weg ins UnterwegsTheater in Heidelberg. Wunderschöne, berührende Kunst: Tanz, Musik, Fotografie, Film. Mittendrin das Fahrzeug von Josef Ganz – der Standard Superior von 1933. Ich hätte mir keinen schöneren Ort für das Fahrzeug und die Würdigung des Lebens von Ganz vorstellen können, stellvertretend für alle Menschen, denen Unrecht widerfahren ist. Genau darum geht es: Menschlichkeit, Kreativität, Toleranz, Idealismus, Innovation, den Glauben an das Gute zu feiern… und Hass, Rassismus, Intoleranz, Ignoranz zu verurteilen… Josef Ganz steht für all diese Werte. 


So viele Menschen haben das möglich gemacht: Autor und Josef-Ganz-Biograf Paul Schilperoord, Regisseurin Suzanne Raes mit ihrem Team, die Crew von Submarine, Koproduzent Lino Rettinger von Lichtblick – und Bernhard Fauser, der Leiter des UnterwegsTheaters mit seiner Frau, die Choreografin Jai Gonzales. 
Die Reise ist noch nicht zu Ende. Sie geht weiter und weiter. Die Wahrheit lässt sich nicht bremsen.“

Lorenz Schmid und Paul Schilperoord mit ihrer Familie bei Art Ort 021 im „Kino Josef Ganz“

Wir danken unserem Publikum für die fantastische Aufnahme von ArtOrt 021, den KünstlerInnen für Ihre Leidenschaft und Hingabe und dem Wettergott für das perfekte Timing 😉

Für uns ist es große Freude und Ehre, mit Art Ort 021, den wir Josef Ganz gewidmet haben, einen kleinen Beitrag zur Wahrheitsfindung leisten zu dürfen. Es ist beschämend, wie wenig wir wirklich wissen und unerträglich, wie wenig sich strukturell etwas geändert hat. Die deutsche Autoindustrie kommt nur sehr schleppend in die Gänge, die Jahre zwischen 1933 und 1945 aufzuarbeiten, VW-Historiker leugnen noch heute die Relevanz von Josef Ganz und bauen in China in Arbeitscamp ähnlichen Fabriken die neuen Protzkarossen und Familienpanzer. Jede(r) lebt in der eigenen Blase und sucht sein Glück, koste es, was es wolle. Es wird, um es mit Hannah Arendt zu sagen, munter weiter „wahrgelogen“. „Der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht liegt in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen.“ — Hannah Arendt

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei 720 Stunden – lokal art ort – grüner wird´s nicht ab dem 25. September´21. Das Leben pulsiert auch im Herbst im Autohaus, Kunst und Kulinarik erwarten Sie auf über 5000 Quadratmetern!

Herzlich Ihre und Eure

Jai Gonzales & Bernhard Fauser, UnterwegsTheater Heidelberg

…nach Art Ort ist vor 720 Stunden… wir machen uns an die Arbeit!

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