Das Photo von Valeria Lampadova zeigt Louiz Rodrigues und Paul Calderone.
D-Dance steht für Dynamik, Diversität, Differenz, Dialog, dreist, direkt und vieles mehr – nicht zuletzt für Deutschland, denn die hier präsentierten Produktionen wurden alle durch ein Arbeitsstipendium im CC Heidelberg gefördert. 2024 präsentierte das UnterwegsTheater sechs internationale, zum Teil preisgekrönte Gastspiele von CC-Residenzkünstler*innen unter dem Titel D-Dance. 2025 liegt der Fokus auf der Vielfalt der Arbeitsweisen und Probenprozesse. An zwei Abenden gibt es in der HebelHalle und den angrenzenden Räumen work-in-progress und Ausschnitte aus den diesjährigen Residenz-Produktionen zu sehen.
D-Dance 2025 eröffnet am 11. Oktober mit einem Doppelabend mit zwei Duo-Stücken.
Die im März im CC geprobte Bewegungsrecherche „Somatic Tales“ von Louiz Rodrigues und Paul Calderone widmet sich der Frage, wie Bewegungen durch persönliche Erfahrungen, Gefühle, unterschiedliche Biographien und lebensverändernde Momente geformt werden. Ausgehend vom eigenen Erleben und persönlichen Erinnerungen erarbeiten sie ein emotional gefärbtes Bewegungsvokabular, das in andere Kontexte überführt und choreographisch bearbeitet wird, um individuelle Wahrnehmung mit kollektiven Erfahrungen in Austausch zu bringen.
Den zweiten Teil des Abends bildet die Vorpremiere eines Ausschnittes aus „ÜberMensch“ von Luzyna Zwolinska. Das Stück erforscht menschliche Ambitionen und das Ringen mit dem Wunsch, durch Technologie und Wissen die eigenen biologischen Grenzen zu durchbrechen. Gemeinsam mit der Tänzerin Hsin-I Huang thematisiert die Choreographin die menschlichen Mythen von Heldentum, Autonomie und Stärke, die zum Motor für Dominanz und Kontrolle über Natur und Kreatur geworden sind. Gleichzeitig fokussieren sie innere Konflikte, Zweifel und die Frage, ob Technologien nicht auch Wege eröffnen können, den menschlichen Drang zu überleben und zu gestalten mit Empathie und Verständnis für Grenzen weiter zu entwickeln.
Das Choreographische Centrum ist ein Projekt der TANZAllianz, der 2013 begründeten, bundesweit einmaligen und viel beachteten vertraglichen Kooperation zwischen UnterwegsTheater Heidelberg und Theater und Orchester Heidelberg. Künstler*innen und Ensembles aus der ganzen Welt bewerben sich, um als Stipendiat*innen am CC einen Teil ihrer Proben oder Recherchen zu erarbeiten. Dabei lassen sie das Heidelberger Publikum in offenen Proben und Kunstgesprächen an ihren Arbeitsprozessen teilhaben.

